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Andrologische Hormonabklärung

Bei einer Hormonabklärung ist es das Ziel eines Arztes Störungen im allgemeinen Hormonsystem festzustellen. Die andrologische Hormonabklärung konzentriert sich dabei auf die männlichen Geschlechtshormone wie beispielsweise und hauptsächlich das Testosteron. Liegt ein Mangel an Hormonen vor, spricht man im Fach von einem Hypogonadismus. Dieser Begriff wird gemeinhin oft auch synonym für Testosteronmangel verwendet. Genau genommen bezeichnet der Hypogonadismus eine Funktionsstörung der Gonaden, also der Keimdrüsen. Während bei der Frau damit die Eierstöcke gemeint sind, handelt es sich beim Mann um die Hoden. Die Hoden sind die Produktionsstätte des Testosterons.

Wie kommt es zu einem Hormonmangel?

Ein Mangel an Testosteron kann durch vielfältige Ursachen entstehen. Zum einen Teil sind die Ursachen handgemacht, zum anderen aber sind sie nicht beeinflussbar. Ursachen, denen ein Mann durchaus vorbeugen kann, sind beispielsweise ein Konsum von Nikotin oder Alkoholmissbrauch. Auch Übergewicht und eine allgemein ungesunde Lebensweise können einen Testosteronmangel auslösen.

Weitere Auslöser eines Mangels sind z.B. genetische Fehlbildungen der Hoden, Entzündungen der Hoden (beispielsweise im Kindesalter durch Mumps entstanden) oder Hodenverletzungen. Außerdem können ebenso Lebererkrankungen, chronische Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder während der Behandlung einer Krebserkrankung Bestrahlungen, Chemotherapie oder ein Hypophysentumor selbst verantwortlich sein. Schließlich kann dem Testosteronmangel auch schlicht ein fortgeschrittenes Alter zugrunde liegen.

Folgen eines Testosteronmangels

Der Hormonmangel macht sich beim Mann durch viele unterschiedliche Symptome bemerkbar. Männer stellen meist zunächst einen Abfall ihrer Leistungsfähigkeit fest. Sie fühlen sich abgeschlagen, antriebslos und müde. Hinzu kommt daraufhin nicht selten eine Neigung zu depressiver Stimmung. Auch Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen zählen zu häufig beobachteten Symptomen. Bei einem Testosteronmangel empfindet man darüber hinaus weniger Lust auf Sex und eine schwächere Erektionsfähigkeit. Da Testosteron auch für die Herstellung der Samenfäden verantwortlich ist, weist eine verminderte Spermienproduktion und ein kleineres Hodenvolumen auf einen Mangel hin. In Extremfällen beobachtet man eine Femininisierung. Dies äußert sich z.B. darin, dass die Muskulatur schwächer wird, es zu mehr Fetteinlagerungen kommt, man an Osteoporose erkrankt oder das Erscheinungsbild weiblicher wird.

Hormonabklärung: Bestimmung des Testosteronwertes

Besteht ein Verdacht auf einen Hormonmangel, so wird bei der andrologischen Hormonabklärung der Testosteronwert gemessen, indem eine Blutuntersuchung durchgeführt wird. Liegt das Ergebnis bei einem erwachsenen Patienten bei 12 bis 35 nanomol/l, befindet sich der Wert im Normalbereich und kein Mangel an Testosteron liegt vor. Erst ab einem Wert von 10 nanomol/l oder weniger spricht der Fachmann von einer Störung. Bei der Hormonwertbestimmung werden unterschiedliche Stoffe gemessen, um den genauen Testosteronwert feststellen zu können. Globuline, beispielsweise, sind Eiweißstoffe, die gemessen werden, weil sie das Geschlechtshormon in der Leber binden und es dort biologisch keine Wirkung mehr hat. Es werden außerdem die Nebennierenhormone DHEA und Androsteronsulfat gemessen. Zuweilen ist es zudem sinnvoll einen PSA-Test durchzuführen, bevor eine Hormontherapie veranlasst wird. Durch den PSA-Test, der das Prostaspezifische Antigen bestimmt, sowie eine regelmäßige Kontrolle, kann ein Prostatatumor festgestellt werden. Sollte dieser Fall eintreten, darf keine Hormonbehandlung durchgeführt werden, weil diese ein Wachstum des Tumors begünstigen würde.

Therapieverfahren bei einem Testosteronmangel

Ein Mangel an Testosteron kann mit der heutigen Medizin sehr gut behandelt werden. Durch das Verabreichen von natürlichem Testosteron wird der Hormonspiegel des Mannes neutralisiert. Die Gabe des Hormons Testosteron kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. Ein Pflaster, das auf die Haut aufgeklebt wird, gibt Testosteron über die Haut an den Körper ab. Testosteron kann auch über ein Gel in den Körper gelangen, das ebenso auf die Haut aufgetragen wird.

Weitere Möglichkeiten sind Testosterongaben mittels Injektionen oder Tabletten. Und letztlich kann der Einsatz eines Implantats zum regulierten Hormongleichgewicht führen. Es handelt sich dabei um ein Depot, das in regelmäßigen Abständen Testosteron an den Körper abgibt.