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Erektionsstörungen - Androloge in Singen

Ursachen einer Erektionsstörung (erektile Dysfunktion)

Früher ging man davon aus, dass einer Erektionsstörung in erster Linie psychische Faktoren zugrunde lägen. Heute ist man in der Medizinforschung jedoch so weit, dass gewiss ist, dass körperliche Ursachen tatsächlich um ein Vielfaches häufiger sind. Die psychische Komponente kommt jedoch als Folge der organischen (körperlichen) Ursache oftmals hinzu, wodurch ein sogenanntes Mischbild entsteht.

Zu den organischen Ursachen zählen Störungen der Penismuskulatur und der -durchblutung, eine Arteriosklerose, die entsteht, wenn die den Penis versorgenden Arterien verkalkt sind, Blut, das zu schnell über die Venen abfließt, Erkrankungen wie Diabetes mellitus, die eine Durchblutungsstörung fördern, ein Mangel an Testosteron, eine ungesunde Lebensweise sowie Nebenwirkungen eines Medikaments.

Eine erektile Dysfunktion kann darüber hinaus durch schwere Krankheiten wie Krebs, durch chronischen Alkoholmissbrauch oder Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z.B. Multiple Sklerose, Alzheimer-Demenz, Schlaganfall) entstehen. Ist ein Mann an einer organisch ausgelösten Erektionsstörung erkrankt, entwickelt er nicht selten auch psychische Störungen wie beispielsweise eine Depression. Diese sind die Folge der Erkenntnis, dass sie sexuell nicht mehr ausreichend leistungsfähig sind. Eine rein psychogene Erektionsstörung kommt häufig bei jüngeren Patienten vor. Die Erektionsstörung wird z.B. durch hohe Arbeitsbelastung, Probleme in der Partnerschaft, allgemeinen Stress, Angsterkrankungen oder Depressionen ausgelöst.

Diagnoseverfahren im Falle einer erektilen Dysfunktion

Wenn ein Patient eine Störung seiner Erektionsfähigkeit feststellt, sind der Hausarzt oder der Urologe die richtigen Anlaufstellen. Je nach Ursache kann der Patient auch an einen Neurologen oder Psychologen/Psychotherapeuten weitergeleitet werden. Ärzte mit den Zusatzbezeichnungen Andrologie oder Sexualtherapie sind ebenso qualifiziert.

Beim ersten Arztbesuch wird der Facharzt zunächst eine Anamnese, also eine medizinische Bestandsaufnahme machen. Um ein möglichst detailliertes Bild über die eventuell vorliegende Störung zu erhalten, füllt der Patient in der Regel einen Fragebogen u.a. zu seinem Sexualleben aus. Auf diese Weise kann der Arzt den Auslöser der Erkrankung ausmachen. Nach der Anamnese führt der Facharzt eine körperliche Untersuchung durch. Die äußeren Geschlechtsorgane, aber auch die Prostata werden dabei abgetastet. Um einen Verdacht auf eine Durchblutungsstörung ausschließen zu können, werden zusätzlich der Blutdruck gemessen und Gefäßpulse an den Armen und Beinen überprüft. Es wird bei der Untersuchung Blut zur Laboruntersuchung abgenommen und außerdem der Testosteronspiegel gemessen. Eine erektile Dysfunktion kann sehr vielfältige Ursachen haben, weswegen neben diesen aufgezählten Untersuchungen unter Umständen und dem individuellen Fall entsprechend weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Wurde beispielsweise eine Störung des Blutflusses der Penisgefäße festgestellt, kann eine Dopplersonografie mehr Aufschluss geben. Eine Herzuntersuchung liefert Informationen bei arterieller Durchblutungsstörung und eine Nervenuntersuchung bei einem Verdacht auf eine Nervenstörung.

Nach der gründlichen Untersuchungsphase und ihrer Auswertung ist der Facharzt in der Lage eine Diagnose zu stellen. Auf Grundlage dieser wird sodann eine Therapie angeordnet.

Diagnose Erektionsstörung: Behandlungsmöglichkeiten

Abhängig von der Ursache der erektilen Dysfunktion, hat der Arzt die Möglichkeit zu verschiedenen Therapien zu greifen. Besteht beispielsweise ein Verdacht darauf, dass eine Medikamentenunverträglichkeit die Störung ausgelöst hat, wird das Medikament abgesetzt. Hier ist jedoch höchste Vorsicht geboten! Ein Medikament sollte stets nach Anweisung des Facharztes und niemals eigenmächtig abgesetzt werden. Liegt ein Testosteronmangel vor, wird der Testosteronspiegel des Patienten durch eine Gabe des Hormons ausgeglichen.

Zuweilen gibt es Fälle, bei welchen nicht die eigentliche Ursache, sondern nur die Symptome behandelt werden können. Es gibt auch hier gute Möglichkeiten, sodass die erektile Dysfunktion kein großes Problem mehr darstellt. Medikamentös können Symptome der erektilen Dysfunktion behandelt werden, indem man z.B. PDE5-Hemmer verabreicht. Des Weiteren gibt es mechanische Lösungen, um einer Erektionsstörung entgegenzuwirken: SKAT (Schwellkörperautoinjektionstherapie), MUSE (Medikamentöses urethrales System zur Erektion), Penisimplantate sowie Vakuumpumpen haben sich hier bewährt. Die meisten Methoden werden zunächst vom Arzt angeleitet, können aber anschließend selbstständig zuhause durchgeführt werden. Handelt es sich bei der Ursache um eine rein psychogene, ist eine Sexualtherapie die richtige Behandlungsmethode. Ein ausgebildeter Sexualtherapeut erkennt die psychische Ursache und kann den Patienten entsprechend therapieren.

Die große Mehrheit der Behandlungsmethoden wird in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Allein die Therapie mit einem PDE5-Hemmer muss vom Patienten selbst getragen werden. Der individuelle Fall sollte allerdings mit dem Arzt im Vorfeld abgeklärt werden.