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Vasektomie (Sterilisation des Mannes)

Die Vasektomie ist die professionelle Durchtrennung der Samenleiter, um eine dauerhafte Zeugungsunfähigkeit herbeizuführen. Sie wird von urologischen Fachärzten ambulant operativ durchgeführt und dient Männern als lebenslange Verhütungsmethode. Während sie sicher einer Schwangerschaft vorbeugt, schützt die Sterilisation nicht vor Geschlechtskrankheiten. Geeignet ist die Vasektomie als Verhütungsmethode durch ihre Dauerhaftigkeit vor allem für Männer und Paare mittleren Alters (ab 30 Jahre), die beispielsweise ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben oder sich sicher sind keine Kinder zu wollen.

Beratungsmöglichkeit zur Vasektomie

Allgemeine Informationen zur Vasektomie finden Männer, die sich dafür interessieren beispielsweise im Internet oder beim Facharzt. Zunächst ist es wichtig sich einen kompetenten Urologen zu suchen. Der Arzt sollte im Idealfall eine mehrjährige Erfahrung auf dem Gebiet vorweisen können und schon viele Vasektomien erfolgreich durchgeführt haben. Maßgeblich ist außerdem, dass der Facharzt im Rahmen der Vasektomie ein persönliches Beratungsgespräch ansetzt. Dieses findet einige Zeit vor dem eventuellen Eingriff statt. Der Arzt nimmt sich dafür ausreichend Zeit. Für den Patienten besteht hier die Möglichkeit alle offenen Fragen anzusprechen und zu klären. Der Urologe ist dafür verantwortlich den Patienten ausführlich aufzuklären, sodass dieser eine vernünftige Entscheidung treffen kann. Auf der anderen Seite hat auch der Arzt die Gelegenheit, um den Patienten kennenzulernen und somit einzuschätzen, ob sich eine Sterilisation als Verhütungsmethode eignet. Nach dem Gespräch wird dem Patienten eine ausreichende Zeit eingeräumt, um sich noch einmal zu überlegen, ob er die Vasektomie durchführen lassen möchte oder nicht.

Sterilisation des Mannes: der Eingriff

Viele urologische Arztpraxen sind heutzutage mit einem eigenen OP-Raum ausgestattet. Alternativ werden kleinere sowie größere Operationen in OP-Zentren oder Kliniken durchgeführt. Zum vereinbarten Termin erscheint der Patient daher am entsprechenden Ort. Die Operation ist ambulant angelegt. Der Patient kann sich vorbereiten, indem er sich im Intimbereich enthaart, sodass der Operateur sauber arbeiten kann. Zunächst wird für die Vasektomie die Hodenregion betäubt. Die Vasektomie ist ein kleiner, unkomplizierter Eingriff, der keine Vollnarkose erfordert. Sobald die lokale Betäubung wirkt, kann der Operateur mit der Arbeit beginnen. Zuerst werden die Samenleiter durch Ertasten lokalisiert. Etwa an der Stelle oberhalb der Hoden wird die Haut des Hodensackes eröffnet, um die Samenleiter freizulegen. Dies kann auf zwei unterschiedliche Arten erfolgen: sowohl die klassische Methode (Ligaturtechnik) als auch die Non-Skalpell-Vasektomie haben sich in Deutschland bewährt. Beide Techniken führen zum gleichen Ergebnis und werden lediglich nach Präferenz ausgewählt. Wendet der Operateur die klassische Methode an, macht er mit einem Skalpell einen ca. einen Zentimeter langen Schnitt und präpariert die Samenleiter frei. Bei Anwendung der Non-Skalpell-Vasektomie wird die Haut hingegen punktiert und dann mit einem speziellen Klemminstrument gedehnt bis eine kleine Öffnung entstanden ist. Die Samenleiter werden auch hier anschließend freigelegt. Nun können sie ein Stückchen herausgezogen und gut gegriffen werden. Auf diese Weise ist es einfacher ein Stück herauszuschneiden. Dies erfolgt bei beiden Samenleitern. Die herausgenommenen Samenleiterstücke lassen jeweils zwei offene Enden zurück, die nun verschlossen werden müssen. Dies passiert, indem sie z.B. einmal umgeschlagen und abgebunden werden, oder elektrisch verödet. Bevor die Wunde verschlossen wird, werden die verschlossenen Samenleiterenden in unterschiedliche Gewebeschichten gelegt. Die Wunde wird zur Heilung entweder vernäht (klassische Methode) oder mit einem Pflaster zugeklebt (Non-Skalpell-Vasektomie).

Der weitere Prozess nach der Operation

Die Sterilisation des Mannes ist unmittelbar nach der Operation noch nicht beendet. Das heißt auch, dass der Mann zu diesem Zeitpunkt noch nicht zeugungsunfähig ist. Direkt nach der Operation geht der Patient nach Hause, um sich zu schonen. Er sollte sich ungefähr eine Woche der Erholung einräumen. Diese Zeit wird von den meisten Patienten benötigt, damit die Wunde problemlos verheilen kann. Danach kann der Alltag und weitere Aktivitäten wieder aufgenommen werden. Auch sexuell sollte man erst nach der Heilung wieder aktiv werden. Man muss beachten, dass in dieser Phase noch alternativ verhütet werden muss, denn die Vasektomie zeigt noch nicht ihre Wirkung.

Es fehlt nämlich noch ein wesentlicher Schritt, der die Sterilisation des Mannes abschließt. Nach zwei bis drei Monaten hat der Patient einen Termin beim Urologen zur Nachuntersuchung. Es wird dann ein Spermiogramm erstellt: eine Probe der frischen Samenflüssigkeit wird im Labor auf noch vorhandene Samenzellen überprüft. Im Regelfall können zu dieser Zeit keine lebenden Samenzellen mehr nachgewiesen werden, was belegt, dass der Patient von nun an keine Kinder mehr zeugen kann. Es ist kein Grund zur Sorge, wenn bei dieser Untersuchung noch lebende Samenzellen vorhanden sind. In diesem Fall wird einige Wochen später eine zweite Nachuntersuchung angesetzt, bei der erneut ein Spermiogramm angefertigt wird. Spätestens dann sollte das Ejakulat des Patienten frei von Samenzellen sein. Kann dies bestätigt werden, ist die Sterilisation erfolgreich abgeschlossen und der Patient ist zeugungsunfähig.

Bei der Vasektomie handelt es sich in den meisten Fällen um einen Wunsch des Patienten, der aus medizinischer Sicht nicht notwendig wäre. Deshalb werden die Kosten nicht von den Krankenkassen getragen und der Mann muss dafür selbst aufkommen. Sie belaufen sich insgesamt auf 400 bis 600 Euro.